Am 14. Juli 1790, dem ersten Jahrestag der Erstürmung der Bastille, beging man das Föderationsfest als Fest der Versöhnung und der Einheit aller Franzosen. Ludwig XVI. (1754–1793), König von Frankreich und Navarra, schwor dabei auf Nation und Gesetz (1792 wurde er im Zuge der Französischen Revolution abgesetzt und 1793 durch die Guillotine enthauptet). 1880 wurde der 14. Juli zum Nationalfeiertag erklärt – als Tag, der alle Franzosen eint und an dem die Republik gefeiert wird. Das Münzmotiv zeigt das Profil der Marianne, nationales Symbol Frankreichs, mit einer Jakobinermütze und einer daran getragenen Kokarde, einem kreisförmigen Abzeichen mit den Farben der Trikolore (von innen nach außen: Blau–Weiß–Rot, nach den heraldischen Regeln der Tingierung durch eine – allerdings stilisierte – Schraffur dargestellt). Links steht eine Strophe aus dem 1942 verfassten Gedicht „Liberté“ des französischen Dichters Paul Éluard: „Auf alle gelesenen Seiten / Auf alle leeren Seiten / Stein Blut Papier oder Asche / Schreib ich deinen Namen“. Liberté – zugleich Devise der Französischen Republik – steht unten auf der Münze. Im „Journal officiel de la République française“ wurde mitgeteilt, dass es kolorierte Versionen der Gedenkmünze gibt – jeweils 10.000 Exemplare im Herstellungsverfahren Stempelglanz und Polierte Platte. Sie sind somit gesetzliches Zahlungsmittel. Allerdings sehen die EU-rechtlichen technischen Spezifikationen die Verwendung eines Farbaufdrucks nicht vor. Eigentlich sollte es kolorierte Umlaufmünzen nicht geben; jedoch werden sie von der EU toleriert, zumal sie nur in kleiner Stückzahl hergestellt und gesondert verpackt und damit dem Grunde nach nicht als Zahlungsmittel gebraucht werden. Bei den kolorierten Versionen werden die blau und rot kolorierten Segmente der Kokarde mit planer Oberfläche geprägt.
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